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Es ist der 22. Januar, kurz nach fünf. Draußen ist es dunkel, kalt und still, und hinter den Dächern steigt eine große, orangefarbene Scheibe auf. Du stehst mit dem Teller in der Hand am Fenster und merkst, dass du für einen Moment vergessen hast, was als Nächstes zu tun ist.
Das ist der Vollmond im Löwen, und er kommt mitten im Winter. Genau dann, wenn du wenig Lust auf Auftritte hast und der Alltag eher grau als golden aussieht, fragt er dich: Was in dir will gesehen werden?
Der Vollmond im Löwen steht 2027 am 22. Januar um 13:17 Uhr exakt. Zu dieser Zeit ist es hell, du siehst den Mond also nicht.
Am Abend des 21. und des 22. Januar wirkt er voll, und genau diese Abende sind für Rituale gut geeignet. Er fällt in die ersten Tage der Wassermann Saison.

Die Bedeutung des Vollmonds im Löwen
Ein Vollmond entsteht, wenn Sonne und Mond sich gegenüberstehen. Hier steht die Sonne im Wassermann, der Mond im Löwen. Der Löwe wird von der Sonne regiert, er ist ein Feuerzeichen und das Zeichen des Herzens. Sein Leitsatz lautet „Ich will».
Die Spannung dieses Vollmonds liegt in der Achse zwischen Löwe und Wassermann. Der Wassermann denkt an das Ganze, der Löwe an dich. Du brauchst dich nicht für eines zu entscheiden. Der Vollmond zeigt, wo eines zu kurz gekommen ist.
- Emotional: Es kommt der Wunsch, Anerkennung zu bekommen, und zugleich die Scheu, darum zu bitten. Beides darf da sein.
- Intuitiv: Du spürst, was dir Freude macht, ohne dass es einen Zweck haben muss. Das ist dein Kompass für die nächsten Wochen.
- Spirituell: Es lässt sich zurückschauen auf das, was du im letzten Jahr gezeigt, gemacht und gewagt hast. Das Gold in deinem Leben.
- Magisch: Besonders wirksam sind Rituale rund um Selbstausdruck, Kreativität, Spiel und Dankbarkeit für die eigenen Leistungen.
Zur Einordnung: Der Vollmond im Wassermann findet immer in der Löwe-Saison statt, im Hochsommer. Der Vollmond im Löwen dagegen fällt in die Wassermann-Saison, also in den Winter. Wer beide Seiten dieser Achse erkunden will, findet den Gegenpol im Artikel zum Vollmond im Wassermann.
Korrespondenzen des Vollmonds im Löwen
- Element: Feuer (Wärme, Mut, Ausdruck)
- Planetenherrscher: Sonne (Identität, Lebenskraft, das Zentrum)
- Farben: Gold, Orange, tiefes Gelb, warmes Rot
- Kristalle: Sonnenstein (Lebensfreude), Karneol (Mut und Tatendrang), Citrin (Wärme und Heiterkeit im Auftreten), Tigerauge (Selbstvertrauen)
- Kräuter & Pflanzen: Zimt (Wärme), Ringelblume (Sonne in Blütenform), Weihrauch (Rauch für Rituale), Lorbeer (Auszeichnung)
- Tiere: Löwe (Würde, Präsenz), Falke (Überblick), Katze (Selbstgenuss)
- Gottheiten & Archetypen: Apollo und Helios (Sonne, Musik, Kunst), Sekhmet (die löwenköpfige Göttin von Mut und Schutz), Brigid (Feuer und Dichtung)
Wenn du mit Kristallen arbeitest, liegt Sonnenstein oder Citrin am besten auf der Fensterbank, damit das Licht darauf fällt. Karneol passt in die Hosentasche, wenn du etwas Mutiges vorhast. (Meine Empfehlung: ein kleiner Sonnenstein* oder Citrin*, den du als Handschmeichler benutzt. )

Rituale und Praktiken für den Vollmond im Löwen
Nimm dir für das Ritual den Abend des 21. oder des 22. Januar. Die exakte Uhrzeit um 13:17 Uhr ist ein Anker, die Wirkung eines Rituals hängt nicht von der Minute ab. Eine Kerze und ein Blatt Papier reichen, wenn du heute nicht mehr hast.
Journaling-Impulse
Such dir die Frage aus, bei der du kurz schluckst. Das ist die richtige.
- Was habe ich im letzten Jahr gezeigt, geschrieben, gemacht oder gesagt, worauf ich stolz sein darf?
- Wo halte ich mich zurück, weil ich Angst vor dem Urteil anderer habe?
- Wann habe ich zuletzt etwas getan, nur weil es mir Freude gemacht hat?
- Welches Kompliment kann ich schwer annehmen, und warum?
- Was würde ich ausdrücken, wenn niemand zuschauen würde?
(Für diese Fragen passt ein Notizbuch* mit festem Einband, das sich wertvoll anfühlt. Ich liebe dafür besonders eines mit goldenem Schnitt. )
Affirmationen
Die Affirmation, die du fast nicht aussprechen magst, ist die passende.
- „Ich zeige mich, auch wenn es sich unfertig anfühlt.»
- „Meine Freude braucht keinen Grund.»
- „Ich darf Lob annehmen.»
- „Ich zeige, was ich liebe.»
- „Mein Beitrag zählt, auch wenn er klein ist.»
Meditation: Das Licht im Fenster
Setze dich an einen Platz, an dem du den Mond oder zumindest das Fenster siehst. Atme dreimal tief aus.
Stell dir ein Haus im Winter vor, abends, mit einem einzigen erleuchteten Fenster. Du stehst draußen und siehst hinein. In diesem Raum brennt eine Kerze, es ist warm, jemand summt eine Melodie. Das Fenster gehört dir. Du erkennst, dass das Licht nicht für Besucher brennt. Es brennt, weil es dich wärmt.
Bleibe in diesem Bild. Frage dich: Was ist mein Licht? Wenn du eine Antwort bekommst, atme sie ein. Wenn nicht, atme in Ruhe weiter. Kehre dann langsam in den Raum zurück und öffne die Augen.
Zauber und Manifestationsideen
Die Applausliste: Schreibe alles auf, was du im letzten Jahr geschafft hast, auch Dinge, die dir klein vorkommen: ein schwieriges Gespräch, eine neue Gewohnheit, ein Umzug, ein abgeschlossenes Projekt. Lies die Liste laut vor und klatsche am Ende. Das klingt albern, und es funktioniert.
Die goldene Kerze: Zünde eine goldene oder orangefarbene Kerze an. Schreibe auf ein kleines Papier, was du in diesem Jahr zeigen möchtest, und lege es unter den Kerzenhalter. Beende das Ritual mit einem Lied, das du magst. (Perfekt dafür geeignet: eine dicke Stumpenkerze in Gold*, die lange brennt.)
Das Mittagslicht-Ritual: Der Vollmond ist um 13:17 Uhr exakt, also zu einer Zeit, in der die Sonne am höchsten steht. Geh in der Mittagspause fünf Minuten nach draußen oder stelle dich ans offene Fenster. Schließe die Augen und lass das Tageslicht auf dein Gesicht fallen. Schau dabei nicht direkt in die Sonne. Sprich leise: „Ich bin da.» Das ist der kürzeste Weg, den Vollmond im Löwen zu ehren.
Der Winterorangen-Zauber: Schneide eine Orange in Scheiben, lege sie auf ein Backblech und trockne sie bei etwa 100 Grad zwei bis drei Stunden im Ofen. Wenn sie fertig sind, sind sie kleine Sonnen. Lege sie auf den Altar oder hänge sie ans Fenster, als Erinnerung daran, dass auch im Januar Wärme möglich ist.

Dieser Tarot Spread fragt nach Ausdruck und Anerkennung:
- Was will in mir jetzt gesehen werden?
- Wo halte ich mich zurück, und was steht dahinter?
- Welche Fähigkeit habe ich schon, ohne es zu merken?
- Wem oder was darf ich mein Licht zeigen?
- Was ist mein nächster konkreter Schritt, damit ich mich zeige?
Karten, die zu diesem Vollmond passen, sind Die Sonne, Die Kraft und Der Herrscher. Mehr zur Arbeit mit Karten findest du in Tarot lernen für Anfänger.
Altar und heiliger Raum
- Goldene oder orangefarbene Kerzen
- Sonnenstein, Citrin oder Karneol
- Eine Schale mit Orangen oder getrockneten Orangenscheiben
- Ein Gegenstand, der für etwas steht, worauf du stolz bist: ein Zeugnis, ein Brief, ein Foto
- Weihrauch oder Zimtstange zum Räuchern (bei geöffnetem Fenster und auf feuerfester Unterlage)
Wie du mit diesem Vollmond arbeitest
1.Für persönliches Wachstum
- Schreibe zwei Dinge auf, die du in deinem Leben aus Spaß machst. Plane diese Woche eines davon fest ein.
- Nimm ein Kompliment an, ohne es kleinzureden. Sage nur „Danke».
- Mache ein Foto von dir, das du schön findest, nur für dich.
2.Für Beziehungen und Verbindungen
- Sage einem Menschen, was du an ihm schätzt, und zwar konkret.
- Frage eine Freundin, worauf sie stolz ist, und höre zu.
- Verabrede einen Abend mit Menschen, bei denen du ganz du selbst bist.
3.Für Beruf und Ziele
- Bringe eine Idee, die du bisher für dich behalten hast, in ein Gespräch ein.
- Schreibe drei Erfolge der letzten zwölf Monate auf und lege sie dorthin, wo du sie siehst.
- Bitte um Rückmeldung zu einem Projekt, das dir wichtig ist.
Der Vollmond im Löwen im Zyklus 2027
Ein Vollmond steht nie allein. Er schließt einen Zyklus ab, der zwei Wochen vorher mit dem Neumond begann. 2027 sieht dieser Zyklus so aus:
- 7. Januar, 21:24 Uhr: Neumond im Steinbock. Der Zyklus beginnt mit Plänen, Struktur und Ausdauer.
- 15. Januar: Erstes Viertel im Widder. Du brauchst Mut, um etwas anzufangen.
- 22. Januar, 13:17 Uhr: Vollmond im Löwen. Du siehst, was aus den Plänen geworden ist und was du davon zeigen magst.
- 29. Januar: Letztes Viertel im Skorpion. Ehrlichkeit und Abschluss.
- 6. Februar, 16:55 Uhr: Neumond im Wassermann, mit Sonnenfinsternis. Ein neuer Zyklus beginnt.
Der Mond steht vom 22. Januar um 9:45 Uhr bis zum 24. Januar um 9:45 Uhr im Löwen. In diesen zwei Tagen darfst du alles, was mit Ausdruck zu tun hat, bevorzugt einplanen: ein Gespräch, in dem du etwas zeigst, einen Text, den du abschickst, ein Fest mit Menschen.
Ein Vollmond-Abend in 45 Minuten
Wenn du an diesem Abend Zeit hast, kannst du diese Reihenfolge nutzen. Du brauchst eine goldene Kerze, dein Journal, Musik und Platz zum Bewegen.
- Fünf Minuten: Dimme das Licht, zünde die Kerze an und lege das Handy in einen anderen Raum.
- Zehn Minuten: Schreibe eine Journaling-Frage frei. Wähle die, die dich am meisten stört.
- Zehn Minuten: Schreibe deine Applausliste und lies sie laut.
- Zehn Minuten: Spiele ein Lied ab, das dir gute Laune macht, und bewege dich dazu. Das kann Tanzen sein oder Schaukeln im Stehen. Niemand schaut zu.
- Fünf Minuten: Sprich einen Dank aus, für etwas, das du selbst getan hast. Laut, in einem ganzen Satz.
- Fünf Minuten: Lösche die Kerze und schreibe einen Satz auf, den du in diesem Jahr zeigen möchtest.
Wenn du nur zehn Minuten hast: Kerze an, ein Lied, ein Satz ins Journal. Das genügt.
Was du bei diesem Vollmond abgeben darfst
Ein Vollmond ist traditionell eine Zeit, um etwas abzugeben, das dich beschwert. Beim Löwen sind das meist drei Dinge, die sich über Jahre ansammeln: das Warten auf Zustimmung, bevor du etwas zeigst, der Anspruch, dass alles perfekt sein muss, und der Vergleich mit Menschen, die lauter wirken als du.
Schreibe auf einen Zettel, welches davon du am meisten kennst. Reiße den Zettel in kleine Stücke oder verbrenne ihn in einer feuerfesten Schale. Die Handlung ist klein, aber sie zeigt dir, dass du eine Wahl hast.
Ein Wort zum Rampenlicht im Januar
Du hast sicher schon gehört, dass der Löwe-Vollmond ein Fest für die Extrovertierten ist: auf die Bühne, in die Kamera, ins Rampenlicht. Und dass das im Januar, wenn du lieber unter der Decke sitzt, nicht passt.
Beides stimmt nur halb. Der Löwe kennt viele Auftritte. Ein Auftritt kann ein Lied in der Küche sein, ein Brief an eine Freundin, ein Text, den du endlich veröffentlichst. Und der Winter ist eine Bühne mit weniger Publikum. Gerade im Januar fällt eine einzelne Kerze auf.
Der Wassermann an der Gegenseite hält dich zusätzlich davon ab, zu laut zu werden. Er erinnert dich daran, dass dein Ausdruck anderen etwas geben darf. Das ist eine freundliche Bremse.
Zwei Wochen nach diesem Vollmond folgt der Neumond im Wassermann, der den Blick vom Ich auf das Wir und auf die Zukunft lenkt. Die Grundlagen für das Ritual findest du im Artikel zum Vollmond Ritual.
Was wartet bei dir darauf, in diesem Jahr gesehen zu werden? Schreib es mir in die Kommentare, ich lese alles.








