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Ein Glas Wasser auf der Fensterbank. Der Mond steht draußen. Du gehst schlafen.
Am nächsten Morgen ist es anders. Nicht sichtbar anders. Aber du merkst es, wenn du es in die Hand nimmst.
Mondwasser herzustellen ist eine der ältesten, zugänglichsten Praktiken der Mondarbeit. Kein Altar nötig. Keine Vorkenntnisse. Ein Glas, Wasser, und eine Nacht unter dem Mond.
Was dabei passiert und wie du es für deine Praxis nutzt, erkläre ich dir hier.

Was Mondwasser ist
Mondwasser ist Wasser, das über Nacht dem Mondlicht ausgesetzt wurde. Das Grundprinzip ist einfach: Wasser nimmt symbolisch die Qualität der Mondphase und des Mondzeichens auf, unter dem es steht.
Ob das physikalisch messbar ist, ist nicht die Frage, die hier zählt. Die Frage ist eine andere: Was passiert mit dir, wenn du dir Bewusstsein für den Mond nimmst? Wenn du abends ein Glas hinstellst, eine Absicht sprichst, und am Morgen mit Wasser arbeitest, das du bewusst vorbereitet hast?
Das Mondwasser ist ein Werkzeug für Absicht. Es verbindet deine alltägliche Praxis mit dem Mondrhythmus. Nicht mehr, nicht weniger. Und das ist genug.
Wenn du mehr über den Mond erfahren möchtest, lies hier weiter.
Was du brauchst
Kein langer Einkauf nötig:
- Ein sauberes Glasgefäß (kein Plastik — Glas nimmt Absichten besser an und gibt keine Stoffe ab)
- Wasser (Leitungswasser funktioniert, Quellwasser ist feiner, Regenwasser hat seinen eigenen Charakter)
- Einen Platz mit Mondlicht: Fensterbank, Balkon, Garten
Optional, aber schön:
- Ein Kristall neben oder unter das Glas (nicht ins Wasser, es sei denn, du bist sicher, dass er wassertauglich und ungiftig ist)
- Frische oder getrocknete Kräuter neben dem Glas (ebenfalls nicht im Wasser, wenn du das Wasser trinken möchtest)
- Ein Zettel mit deiner Absicht, unter das Glas gelegt
Für den Anfang kannst du so eine besondere Glaskaraffe* verwende

Mondwasser herstellen — die Anleitung
Schritt 1: Glas vorbereiten.
Wasche das Glas kurz aus. Nicht chemisch reinigen, einfach spülen. Wenn du möchtest, halte es kurz in deine Hände und denke an das, wofür das Wasser gedacht sein soll.
Schritt 2: Wasser einfüllen.
Fülle das Glas zu etwa drei Vierteln. Nicht bis zum Rand: Das Wasser soll Raum haben.
Schritt 3: Absicht setzen.
Halt das Glas in beide Hände. Sag laut oder still, was du mit diesem Wasser verbindest. Zum Beispiel: „Dieses Wasser trägt die Kraft des Vollmondes. Es reinigt und stärkt.» Oder bei Neumond: „Dieses Wasser trägt einen neuen Anfang.»
Schritt 4: Aufstellen.
Stell das Glas auf die Fensterbank oder nach draußen. Es muss nicht direkt im Mondlichtstrahl stehen. Die Absicht trägt das Ritual, nicht die perfekte Positionierung.
Schritt 5: Über Nacht stehen lassen.
Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ist ideal. Wenn du schläfst und das Glas abends hinstellst und morgens holst, ist das vollkommen ausreichend.
Schritt 6: Morgens holen.
Bevor die Sonne zu stark steht, hol das Glas herein. Wenn du das Wasser aufbewahren möchtest: in ein dunkles Glas oder in den Kühlschrank. Hält sich 1 bis 2 Wochen.
Varianten: Welche Mondphase, welches Mondzeichen?
Mondwasser ist nicht gleich Mondwasser. Die Mondphase und das Mondzeichen geben dem Wasser eine unterschiedliche symbolische Qualität.
Vollmond-Mondwasser
Das klassische Mondwasser. Der Vollmond ist sichtbar, sein Licht am stärksten. Vollmond-Wasser eignet sich für:
- Reinigung (Raum, Kristalle, Altar)
- Stärkung (als Sprühwasser auf die Haut, in der Badewanne)
- Abschluss und Loslassen
- Rituale, bei denen es um Klarheit geht
Neumond-Mondwasser
Der Neumond ist nicht sichtbar. Trotzdem hat dieses Wasser eine klare Qualität: Anfang, Stille, das Leere vor dem Neuen. Neumond-Wasser eignet sich für:
- Neue Projekte beginnen
- Intentionen setzen
- Alles, das mit einem Neubeginn verbunden ist
- Als Reinigungswasser vor einem Ritual

Mondwasser nach Mondzeichen
Das Mondzeichen gibt dem Wasser eine zusätzliche Färbung. Ein paar Beispiele:
- Mond in Krebs: Fürsorge, Selbstschutz, das Zuhause stärken. Gut zum Sprühen in Räumen, die sich wie Zuflucht anfühlen sollen.
- Mond in Löwe: Mut, Ausdruck, Selbstvertrauen. Für Rituale, bei denen es ums Zeigen geht.
- Mond in Jungfrau: Klarheit, Struktur, Reinigung. Zum Wischen von Oberflächen oder für Kristallreinigung.
- Mond in Steinbock: Erdung, Ausdauer, Grenzen. Für die Schwellen und Türen des Hauses.
- Mond in Fische: Intuition, Träume, spirituelle Öffnung. Als Kissenspray vor dem Schlafen.
- Mond in Waage: Gleichgewicht, Schönheit, Beziehungen. In der Morgenroutine, als Gesichtswasser.
Wofür du Mondwasser nutzen kannst
Im Körper-Ritual:
Morgens das Gesicht damit waschen. Ein paar Tropfen in die Badewanne geben. Als einfaches Körperspray verdünnt verwenden. Das Wasser berührt die Haut — und du denkst dabei an deine Absicht.
Zur Raumreinigung:
In ein kleines Sprühfläschchen füllen und durch den Raum sprühen. Besonders nach Konflikten oder an Übergangspunkten: Einzug, Neubeginn, Jahreskreisfeste. Eine leichtere Alternative zum Räuchern, wenn Rauch nicht möglich ist.
Für den Altar:
Oberflächen mit einem in Mondwasser getauchten Tuch abwischen. Kerzen kurz darin tupfen. Den Altar mit einer kleinen Schale Mondwasser ergänzen.
Für Kristalle:
Wasserverträgliche Kristalle (Rosenquarz, Amethyst, Citrin, Bergkristall) kurz in Vollmond-Mondwasser legen oder damit abspülen. Wichtig: Nicht alle Kristalle vertragen Wasser. Selenit, Malachit, Pyrit und andere lösen sich auf oder reagieren chemisch. Im Zweifel: Kristall neben das Glas legen, nicht hinein.
Für Pflanzen:
Ein kleiner Schuss Mondwasser zum Gießen von Zimmerpflanzen, die auf dem Altar stehen oder für die du eine besondere Verbindung hast. Keine Wissenschaft, aber ein schöner Akt der Absicht.
In Ritualen:
Als Reinigungselement zu Beginn eines Rituals. Um einen Kreis zu ziehen. Als Trinkwasser für ein Ritual-Abschluss-Moment. Oder einfach als die Wasserschale auf dem Altar während des Neumondsrituals.
Ein Hinweis zu einem häufigen Irrtum
Zwei Fragen tauchen beim Mondwasser immer wieder auf:
„Funktioniert es auch, wenn der Himmel bewölkt ist?»
Ja. Der Mond steht, auch wenn du ihn nicht siehst. Das Mondwasser-Ritual ist ein Akt der Absicht, kein optisches Experiment. Was zählt, ist deine Verbindung mit der Mondphase, nicht das direkte Mondlicht auf dem Glas.
„Kann ich Kräuter oder Kristalle ins Wasser geben?»
Hier gilt Vorsicht. Wenn du das Wasser trinken oder auf der Haut verwenden möchtest: Keine Kristalle ins Wasser legen, die du nicht kennst. Manche sind toxisch (Malachit, Chrysokoll, bestimmte Quarze mit Einschlüssen). Kräuter im Trinkwasser sind nur dann unbedenklich, wenn du sie auch als Kräutertee trinken würdest, in derselben Qualität.
Für alles andere (Raumspray, Kristallreinigung, Altar) kannst du freier arbeiten. Aber trink kein Wasser, in dem ein Kristall gelegen hat, den du nicht genau kennst.
Die Faustregel: Was auf der Haut oder im Körper landen soll, wird mit derselben Sorgfalt hergestellt wie Lebensmittel.
Mondwasser und die Mondphasen-Praxis
Mondwasser herzustellen ist ein schöner Einstieg in die Mondarbeit, weil es so wenig Aufwand hat und trotzdem einen rhythmischen Anker setzt. Wenn du jeden Vollmond ein Glas hinstellst, baust du über Zeit eine Praxis auf, die fast von selbst läuft.
Wenn du tiefer in die Vollmond-Praxis einsteigen möchtest: Im Vollmond-Ritual-Artikel findest du, wie du den Vollmond als Ganzes nutzen kannst. Und wer Mondwasser gerne in Räucherrituale einbindet: Im Räuchern-Leitfaden gibt es dazu einen eigenen Abschnitt.
Fazit
Was machst du mit deinem nächsten Mondwasser?
Wenn du noch nie eins gemacht hast: Heute Nacht ist ein guter Zeitpunkt. Ein Glas, ein Absatz, eine Fensterbank. Mehr braucht es nicht.








