Vollmond loslassen: Dein Check-in zum Höhepunkt des Mondzyklus

Vollmond Loslassen Feurerritual

Der Mond steht rund und hell am Himmel, und der ganze Garten liegt in seinem Licht. Alles ist sichtbar, sogar das, was du tagsüber übersiehst. Der Vollmond hat diese Gabe: Er leuchtet aus, was reif geworden ist.

Zwei Wochen ist es her, dass du zum Neumond deine Intentionen gesetzt hast. Jetzt ist die Ernte da.

Zum Vollmond loslassen heißt, diesen Höhepunkt zu nutzen. Du schaust zurück auf den Zyklus, würdigst, was gewachsen ist, und gibst ab, was nicht mehr zu dir gehört. In diesem Artikel gehen wir gemeinsam einen kleinen Vollmond-Check-in durch. Am Ende fühlst du dich leichter und klarer für den Rest des Zyklus.

Vollmond Bedeutung und Rituale

Was der Vollmond ist und warum er sich zum Loslassen eignet

Der Vollmond ist der Höhepunkt des Mondzyklus. Der Mond steht der Sonne genau gegenüber und wird voll von ihr beschienen. Was seit dem Neumond gewachsen ist, zeigt sich jetzt in voller Größe.

Deshalb ist der Vollmond die Zeit des Erntens und des Loslassens. Du erkennst an, was da ist. Und du lässt gehen, was nur Platz wegnimmt.

Es heißt oft, Loslassen müsse groß und dramatisch sein, ein reinigendes Gewitter. Das kann so sein, muss es aber nicht. Manchmal ist Loslassen nur ein Satz, den du aussprichst, oder ein Zettel, den du verbrennst. Sanft zählt genauso wie laut.

Die Stimmung des Vollmonds

Jede Mondphase trägt eine eigene Färbung. Beim Vollmond sind das Höhepunkt, Sichtbarkeit und Dankbarkeit. Ein paar Bilder helfen dir, dich hineinzufühlen:

  • Jahreszeit: Sommer. Alles steht in voller Blüte, das Licht ist am stärksten.
  • Archetyp: die Nährende, die hält, gibt und ihre Ernte teilt.
  • Tarot: Der Mond. Er zeigt, was im Verborgenen liegt, und macht Gefühle sichtbar.
  • Passende Themen: würdigen, ernten, danken, loslassen, dich mit deiner inneren Kraft verbinden.

Der Vollmond ist die Zeit, innezuhalten und hinzuschauen. Nicht, um zu bewerten, sondern um wahrzunehmen, was der Zyklus gebracht hat.

Wann du mit der Vollmond-Kraft arbeitest

Genau genommen ist der Vollmond nur ein einzelner Moment. Doch du kannst seine Stimmung über mehrere Tage nutzen:

  • nur am Tag des Vollmonds
  • am Tag davor und am Tag danach
  • ab dem Vollmond und für die folgenden Tage, während der Mond wieder abnimmt

Wenn du gerade erst mit dem Mond arbeitest, nimm dir den Abend des Vollmonds und die zwei, drei Tage danach. Das gibt dir Ruhe für deinen Check-in, ohne dich zu hetzen. Der abnehmende Mond danach unterstützt das Loslassen von selbst.

Vollmond Ritual Loslassen Zettel schreiben

Dein Vollmond-Check-in Schritt für Schritt

Beginne am Abend des Vollmonds und arbeite in den folgenden Tagen mit dieser Liste. Nimm dir, was du schaffst, und lass den Rest ziehen.

1. Halt inne und würdige. Hol deine Neumond-Intentionen hervor und lies sie noch einmal. Was hat sich seither getan? Feiere auch die kleinen Fortschritte. Zu oft sehen wir nur, was noch fehlt, und übersehen, wie weit wir schon gekommen sind.

Hier findest du meinen Artikel zur Neumond Intention setzten.

2. Schau ehrlich zurück. Was hat in diesem Zyklus gut funktioniert, was nicht? Notiere es ohne Urteil. Es geht nicht darum, dich zu bewerten, sondern darum, dich kennenzulernen.

3. Lass los, was nicht mehr dient. Schreib auf, was du gehen lassen möchtest. Eine Gewohnheit, ein Gedanke, der dich klein macht, ein Ziel, das nicht mehr passt. Wenn du magst, verbrenne den Zettel sicher über einer Kerze oder in einer feuerfesten Schale, und lösch das Feuer danach vollständig.

4. Sag Danke. Schreib drei Dinge auf, für die du in diesem Zyklus dankbar bist. Dankbarkeit richtet den Blick auf das, was schon da ist, statt auf das, was fehlt.

5. Nutz das Licht. Der Vollmond bringt vieles an die Oberfläche, auch Gefühle. Wenn dir gerade etwas hochkommt, schieb es nicht weg. Schau hin. Oft zeigt sich am Vollmond eine Wahrheit, die tagsüber keinen Platz hatte.

6. Justiere sanft nach. Der Zyklus ist noch nicht vorbei. Frag dich, ob deine Intentionen noch stimmen, und passe sie an, wenn nötig. Womöglich braucht dein Ziel einen kleineren nächsten Schritt.

7. Lass Ruhe zu. Nach dem Höhepunkt darf es leiser werden. Der Mond nimmt ab, und du darfst das auch. Plan dir in den nächsten Tagen etwas ein, das dich zur Ruhe bringt.

Vollmond Journal Fragen

Journaling-Fragen für deinen Vollmond-Rückblick

Wenn du lieber schreibend zur Ruhe kommst, nimm dir dein Notizbuch und eine dieser Fragen. Beantworte so viele, wie sich richtig anfühlen.

  • Was ist in diesem Zyklus gewachsen, das ich zu Beginn nicht erwartet hätte?
  • Worauf bin ich stolz, auch wenn es klein wirkt?
  • Was habe ich festgehalten, das mich müde gemacht hat?
  • Welches Gefühl zeigt sich gerade, wenn ich still werde?
  • Was möchte ich in den nächsten zwei Wochen zur Ruhe kommen lassen?
  • Wofür bin ich dankbar, hier und heute?

Schreib ohne nachzudenken, was zuerst kommt. Der Vollmond bringt oft ehrlichere Antworten hervor als ein normaler Abend.

Ein kleines Loslass-Ritual für den Vollmond

Wenn du deinem Check-in einen ruhigen Rahmen geben möchtest, probier dieses Ritual. Es dauert etwa fünfzehn Minuten.

Zünde eine weiße oder silberne Kerze an und stell dir ein Glas Wasser dazu. Lies deine Rückschau und deine Danke-Liste laut vor. Sprich dann aus, was du loslassen willst, und gieß das Wasser danach in die Erde einer Pflanze oder in den Ausguss. Das Wasser trägt das Alte fort. Wenn du einen kompletten Ablauf suchst, findest du im Vollmond-Ritual eine ausführliche Anleitung.

Für den Rückblick mag ich besonders ein festes Notizbuch*, in dem meine Neumond-Intentionen und meine Vollmond-Rückschau nebeneinander stehen. So siehst du Zyklus für Zyklus, was sich bewegt. Wie du dir so ein Mondtagebuch aufbaust, liest du im Artikel zum Mondtagebuch anlegen.

Was Loslassen wirklich bedeutet

Loslassen klingt nach einem einzigen großen Moment, nach einem Schnitt. Meist ist es ein leiser Prozess. Du entscheidest dich, etwas nicht länger festzuhalten, und dann übst du das immer wieder.

Dabei wird dir die Sache nicht egal. Du hörst nur auf, deine Kraft an etwas zu binden, das dir nicht mehr guttut. Ein Groll, eine Erwartung an dich selbst, ein Plan, der nicht mehr passt.

Und selten ist alles sofort weg. Oft kommt der gleiche Gedanke am nächsten Vollmond wieder. Das ist kein Rückschritt. Du darfst ihn dann erneut gehen lassen, ein Stück leichter als beim letzten Mal.

Ein Beispiel: so lässt du etwas los

Nimm an, du merkst am Vollmond, dass du dich diesen Zyklus über ständig mit anderen verglichen hast. Auf Instagram, im Job, sogar in deiner spirituellen Praxis. Es hat dich klein gemacht.

Du schreibst auf einen Zettel: „Ich lasse das Vergleichen los.» Dann sprichst du am Abend beim Kerzenlicht aus, was das Vergleichen dich gekostet hat, und verbrennst den Zettel sicher. Als kleines Gegengewicht schreibst du dir einen Satz auf, den du behalten willst: „Mein Weg hat sein eigenes Tempo.»

Wird das Vergleichen damit für immer verschwinden? Wohl nicht. Aber du hast es benannt, ihm seine Macht genommen und dir etwas an die Stelle gesetzt. Genau so arbeitet der Vollmond.

Der Vollmond ist ein Wendepunkt, kein Ende

Es ist leicht, den Vollmond als Abschluss zu sehen. Doch er ist die Mitte des Zyklus, nicht das Ende. Nach ihm kommt der abnehmende Mond, in dem du sortierst, zur Ruhe kommst und dich auf den nächsten Neumond zubewegst.

Und wenn dieser Zyklus nicht so lief wie gedacht? Dann ist das kein Scheitern. In etwa zwei Wochen steht der nächste Neumond, und du beginnst neu. Den Anfang machst du dann mit deinen frischen Intentionen, wie im Artikel zum Neumond-Intentionen setzen beschrieben.

Was möchtest du an diesem Vollmond loslassen, und was darfst du dir gutschreiben?

Erzähl mir gern in den Kommentaren, was dein letzter Mondzyklus dir gezeigt hat.

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