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Ein leeres Notizbuch liegt vor dir. Daneben eine Kerze, ein paar Stifte, dein Tee. Noch ist keine Seite gefüllt, und genau darin liegt etwas Schönes: Alles ist noch möglich.
Ein Bullet Journal ist so ein Buch. Ein Ort, an dem dein Alltag und deine spirituelle Praxis unter einem Dach wohnen dürfen.
Ein Hexen-Bullet-Journal verbindet Kalender, Planer und Notizbuch mit deiner magischen Arbeit. Termine und Einkaufslisten stehen darin neben Mondphasen, Tarotkarten und deinen Ritualen. Du musst weder besonders ordentlich noch besonders künstlerisch sein, um damit anzufangen. Ein Buch, ein Stift und die Lust, deinen Weg festzuhalten, reichen als Anfang völlig aus.

Was ein Hexen-Bullet-Journal ist, und was nicht
Ein Bullet Journal ist ein Notizbuch, das du selbst gestaltest. Statt einen fertigen Planer zu kaufen, legst du deine eigenen Seiten und Übersichten an, im Englischen Spreads genannt. Du entscheidest, was hineingehört und was nicht.
Für Hexen wird daraus etwas Besonderes. Das Hexen-Bullet-Journal führt das Praktische und das Magische zusammen. Auf der einen Seite planst du deine Woche, auf der anderen hältst du fest, welche Karte du heute gezogen hast oder wann der nächste Vollmond steht.
Es heißt oft, ein Bullet Journal müsse aussehen wie die perfekten Seiten auf Pinterest, mit filigranen Zeichnungen und makelloser Handschrift. Das ist schön anzusehen, aber keine Regel. Dein Journal darf krakelig sein, unfertig, voller durchgestrichener Zeilen. Es arbeitet für dich, nicht du für das Buch.
Sieh es weniger als Kunstprojekt und mehr als lebendiges Grimoire, das mit dir mitwächst. Wenn du dich tiefer mit dem Sammeln magischen Wissens beschäftigen möchtest, findest du im Leitfaden zum Grimoire anlegen den größeren Rahmen dazu.
So startest du dein Hexen-Bullet-Journal
Der Anfang besteht aus vier kleinen Schritten. Nimm sie dir nacheinander vor, ohne Druck.
1. Wähle dein Journal
Am praktischsten sind Notizbücher mit gepunkteten oder karierten Seiten. Die Punkte geben dir Struktur, lassen dir aber jede Freiheit beim Gestalten. Beliebte Marken sind Leuchtturm1917, Archer & Olive oder Moleskine.
Dieses nutze ich am liebsten: zum Journal*
Achte auf die Optik, die dich anspricht. Ein schwarzer Einband mit Silberprägung, ein Mondmotiv, ein Sternenhimmel: Wenn dich dein Buch beim Anschauen freut, greifst du öfter danach. Meine Empfehlung für den Anfang ist ein gepunktetes Notizbuch in einer Größe, die gut in deine Tasche passt.
Ich selbst arbeite mit mehreren Büchern. Ein besonders schön gestaltetes hebe ich mir für feierliche Anlässe auf, weil es sich magisch anfühlt. Ein kleineres, unkompliziertes nutze ich für das tägliche Schreiben, oft mit einem Verschlussband, hinter das lose Zettel rutschen können. Und ein großes, in dem ich meinen Jahreskreis und meine Vollmondkalender führe, damit sich nichts über zu viele Seiten verteilt.
2. Sammle deine Materialien
Du kannst dein Journal ganz schlicht halten oder ein kreatives Projekt daraus machen. Beides ist richtig. Diese Dinge helfen dir, wenn du gern gestaltest:
- Stifte und Marker in magischen Farben wie Schwarz, Gold oder Silber
- Gelstifte* oder bunte Acrylstifte*
- Sticker und Washi Tape*
- Schablonen* für Symbole und Ränder
- Scrapbook-Papier* oder Origami-Papier mit Sternen- und Galaxie-Motiven
- Klebereiter* und kleine Tabs zum Markieren
- ein Lineal für saubere Linien
Ich liebe dafür besonders bunte Gelstifte. Es gibt sie in unzähligen Farben, und sie machen das Schreiben zu einem kleinen Vergnügen. Bunte Textmarker nutze ich für Überschriften und zum Verzieren, weil sie leuchten und leicht von der Hand gehen. Und für meine Astrologie-Seiten lege ich gern Galaxie-Origami-Papier als Hintergrund unter, das macht sofort Stimmung.
Perfekt dafür geeignet ist ein kleiner drehbarer Schreibtisch-Organizer,* in dem all deine Stifte griffbereit stehen. Wenn du deine Materialien an einem Ort hast, setzt du dich leichter hin.
3. Lege deine Intention fest
Bevor du loslegst, widme dein Journal deiner Praxis. Schreib auf die erste Seite einen kurzen Segen oder eine Absicht.
Du kannst festhalten, wofür dieses Buch stehen soll, was du darin entdecken willst oder was dich beim Schreiben begleiten soll. Ein einziger Satz genügt. Er macht aus einem Notizbuch deinen persönlichen, fast heiligen Ort.
4. Lerne die grundlegenden Symbole
Die klassische Bullet-Journal-Methode nutzt kleine Zeichen, damit du deine Einträge schnell auseinanderhalten kannst. Drei genügen für den Anfang:
- Aufgabe: ein Punkt für Dinge, die erledigt werden wollen.
- Ereignis: ein Kreis für spirituelle oder alltägliche Termine.
- Notiz: ein kleiner Strich für Ideen, Erkenntnisse oder Gedanken.
Diesen Zeichen darfst du deinen eigenen Touch geben. Ein kleiner Mond für Rituale, ein Stern für Synchronizitäten, eine Kerze für Zauber. So wird die Methode zu deiner eigenen Sprache.

Die Bausteine: So strukturierst du dein Journal
Ein Bullet Journal besteht aus wenigen wiederkehrenden Modulen. Du musst nicht alle nutzen. Fang mit denen an, die du wirklich brauchst.
Index. Die ersten Seiten werden dein Inhaltsverzeichnis. Dort trägst du deine Spreads und die passenden Seitenzahlen ein. So findest du später alles wieder, auch wenn das Buch voll wird.
Future Log, deine Jahresübersicht. Hier hältst du fest, was im Jahr kommt: Mondphasen, Sabbate und Jahreskreisfeste, rückläufige Planeten, astrologische Ereignisse und deine spirituellen Ziele. Ein Blick, und du weißt, worauf du zusteuerst.
Monatsübersicht. Hier treffen sich Alltag und Praxis. Termine stehen neben Ritualen, günstige Zeitpunkte für Zauber neben Geburtstagen. Der ganze Monat auf einen Blick.
Tagesübersicht. Der Platz für Aufgaben, Erinnerungen und kurze Reflexionen. Lass etwas Raum für eine gezogene Tarotkarte, eine kleine Beobachtung oder einen Moment, der dir aufgefallen ist.
Sammlungen. Diese thematischen Seiten ergänzen deine Praxis. Kristall-Entsprechungen, Kräuter, Tarotkarten, Mondphasen, Rituale. Alles, was du an einem Ort sammeln möchtest.
Ein Blick in eine Beispielwoche
Damit das Ganze greifbarer wird, hier eine mögliche Woche in einem Hexen-Bullet-Journal. Sie zeigt, wie sich Alltag und Praxis von selbst verweben.
Am Montag steht oben deine Aufgabenliste, darunter die Notiz, dass Neumond ist, und der Satz einer Intention. Dienstag hältst du deine Tarotkarte des Tages fest und ein Gespräch, das dir nachgeht. Mittwoch nur ein Kreis für einen Termin und ein kleiner Mond, weil du abends geräuchert hast.
Am Wochenende wird es ruhiger. Du klebst ein Foto ein, das dich an etwas erinnert, schreibst drei Zeilen Dankbarkeit und skizzierst grob den Altar, den du für die kommende Jahreszeit planst. Nichts davon ist perfekt. Alles davon ist deins.
Genau so darf es aussehen. Mal eine volle Seite, mal drei Zeilen. Dein Journal misst dich nicht, es begleitet dich.
Seiten-Ideen für dein Witchy Bullet Journal
Wenn du erst einmal Lust bekommen hast, sprudeln die Ideen. Hier sind Vorschläge, sortiert nach Bereich. Sieh sie als Auswahl, nicht als Pflichtprogramm.
Tägliche und monatliche Seiten
- Tägliche Tarotkarte: Notiere deine Karte, ihre Bedeutung und was sie für dich heißt.
- Mondkalender: Halte die Mondphasen fest und beobachte, wie sich deine Stimmung mit ihnen verändert.
- Astrologische Vorschau: Trag die wichtigen Planetentransite ein und beobachte ihre Themen.
- Dankbarkeitsseite: Sammle Dinge, für die du dankbar bist, dazu Wünsche und kleine Segnungen.
Seiten für deine spirituelle Praxis
- Zauber-Tracker: Dokumentiere deine Zauber, die Zutaten und später die Ergebnisse.
- Meditations-Tracker: Halte deine Meditationen, Erkenntnisse und Mantras fest.
- Aufzeichnungen zur Divination: Sammle Tarotlegungen, Pendelbefragungen, Runen und andere Formen der Weissagung.
Nachschlage- und Wissensseiten
- Kristall-Entsprechungen: Eine Übersicht deiner Steine und ihrer Eigenschaften.
- Kräuterverzeichnis: Die magischen Bedeutungen der Kräuter, mit denen du arbeitest.
- Mondmagie: Die Bedeutungen und Entsprechungen der einzelnen Mondphasen an einem Ort.
- Gottheiten und Opfergaben: Eine Seite für deine persönliche Andachtspraxis.
Sabbate und Jahreskreis
- Jahreskreis-Tracker: Die Termine der Sabbate mit passenden Ritualen und Themen.
- Saisonale Altäre: Skizzen für deinen Altar, passend zur Jahreszeit.
- Magische Rezepte: Saisonale Tränke, Tees und Gerichte zum Sammeln.
Kreative Seiten
- Sigillenmagie: Übe eigene Sigillen und halte ihre Bedeutung fest.
- Witchy Doodles: Ganze Seiten voller kleiner Symbole, Zeichnungen und Verzierungen.
- Vision Board: Ein Manifestations-Spread aus Bildern, Worten und Collagen.
Wenn du weitere Anregungen suchst, findest du in den Grimoire-Ideen noch mehr Seiten zum Nachmachen, und im Artikel zum Mondtagebuch anlegen eine Vertiefung speziell für die Mondphasen.
Damit du dein Journal wirklich benutzt
Das schönste Journal nützt nichts, wenn es im Regal verstaubt. Diese vier Gewohnheiten helfen dir, dranzubleiben.
Fang klein an. Du brauchst keine aufwendigen, perfekt gestalteten Seiten. Beginne mit den wenigen, die du tatsächlich nutzt, und lass dein Journal mit der Zeit wachsen.
Bleib regelmäßig dran. Aktualisiere dein Buch täglich oder wöchentlich. Kurz und ehrlich schlägt lang und selten.
Bezieh deine Praxis mit ein. Segne dein Journal bei Vollmond oder reinige es mit Räucherwerk. So bleibt es Teil deiner spirituellen Arbeit und nicht nur ein Planer.
Experimentiere ruhig. Passe deine Seiten immer wieder an. Dein Journal muss keinem festen System folgen. Entscheidend ist nur, dass es zu dir passt.

Digital oder auf Papier?
Muss dein Journal überhaupt aus Papier sein? Die kurze Antwort: nein. Es gibt schöne digitale Wege, ein Bullet Journal zu führen, etwa in einer Notiz-App auf dem Tablet.
Digital hat seine Vorzüge. Du kannst Seiten verschieben, Vorlagen wiederverwenden und alles bei dir tragen, ohne ein Buch mitzunehmen. Für Menschen, die viel unterwegs sind, ist das ein echter Gewinn.
Und doch hat Papier etwas, das kein Bildschirm ersetzt. Das Kratzen des Stifts, der Duft des Buches, das Gewicht in der Hand. Für viele wird gerade das körperliche Schreiben zum Ritual. Probier beides aus, wenn du magst. Es gibt kein Richtig, nur das, was dich öfter zum Schreiben bringt.
Warum ein Hexen-Bullet-Journal?
Wenn du dein spirituelles und dein alltägliches Leben in einem Buch zusammenführst, passiert etwas Schönes. Du behältst deine Termine im Blick und deine Rituale gleich mit. Du siehst nicht nur, was ansteht, sondern auch, wohin du innerlich willst.
Durch das regelmäßige Beobachten verstehst du deine eigene Praxis besser. Du erkennst Muster, günstige Zeiten, wiederkehrende Themen. Und du gibst deiner Kreativität einen Ort, an dem sie deine ganz persönliche Form von Magie ausdrücken darf.
Ob du eine Tarotlegung festhältst, dein nächstes Ritual planst oder über deinen Weg nachdenkst: Dein Bullet Journal wächst zu einer echten Erweiterung deiner Praxis heran.
Bereit anzufangen? Dann zünde eine Kerze an, schnapp dir dein Notizbuch und deine liebsten Stifte, und lass die erste Seite entstehen.
Welche Seite legst du in deinem Hexen-Bullet-Journal zuerst an?
Erzähl mir gern in den Kommentaren, womit du startest.









