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Es ist Ende Oktober, kurz nach sechs Uhr abends, und draußen ist es schon dunkel. Du sitzt mit einer Tasse Tee am Fenster. In dir passiert etwas Ähnliches wie draußen: Du willst nicht mehr an der Oberfläche bleiben.
Genau das ist Skorpion. Die Saison vom 23. Oktober bis 21. November steht unter der Herrschaft von Pluto und Mars. Sie bringt den Sog nach unten mit sich, dahin, wo die eigentlichen Antworten liegen.
In diesem Artikel schauen wir uns an, was diese Saison für dich bereithält, welche Mondphasen sie begleiten und wie du mit ihrer Kraft ganz konkret arbeiten kannst.

Was die Skorpion-Saison bedeutet
Skorpion ist das achte Zeichen im Tierkreis, ein fixes Wasserzeichen. Sein Leitsatz lautet: „Ich transformiere.» Nicht „ich verändere mich ein bisschen». Ich transformiere, ganz und ohne Kompromiss.
Das kann sich anfangs beängstigend anfühlen. Ist es aber nicht. Es ist die Einladung, ehrlich hinzuschauen, wo andere Zeichen lieber weiterziehen.
Die Skorpion-Saison dreht sich um vier Themen:
Transformation und Neubeginn. Diese Zeit fordert dich auf, alte Schichten abzulegen. Nicht sanft, sondern gründlich: Was du in dieser Saison loslässt, kommt selten in derselben Form zurück.
Selbstreflexion und Schattenarbeit. Jetzt geht es in die Tiefe. Welche Seiten von dir zeigst du selten? Genau dort liegt in diesen Wochen dein Wachstum.
Intensität und Leidenschaft. Skorpion-Zeit kennt kein Halb. Nutze diese Wochen, um deine Ziele konsequent zu verfolgen und Verbindungen aufzubauen, die wirklich etwas tragen.
Loslassen und Abschied. Diese Saison zeigt dir unmissverständlich, was nicht mehr zu dir passt. Wenn du es gehen lässt, entsteht der Raum für das, was als Nächstes kommt.

Skorpion auf einen Blick: Korrespondenzen
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Zeitraum | 23. Oktober – 21. November |
| Element | Wasser |
| Qualität | Fix |
| Herrscherplanet | Pluto (traditionell: Mars) |
| Haus | 8. Haus (Transformation, Intimität, das Verborgene) |
| Gegenzeichen | Stier |
| Leitsatz | „Ich transformiere» |
| Farben | Dunkelrot, Bordeaux, Schwarz |
| Kristalle | Obsidian, Granat, Schwarzer Turmalin |
| Kräuter | Salbei, Basilikum, Minze |
| Blumen | Ringelblume, Orchidee, Rose |
| Tarot | Der Tod, Die Hohepriesterin, Der Turm |
| Symbole | Rabe, Phönix, Skorpion |
| Günstige Tage | Dienstag, Donnerstag |
| Zahlen | 8, 13 |
Wenn du mit Kristallen arbeitest, sind Obsidian und Granat besonders passend für diese Saison. Obsidian schützt beim Blick in die eigenen Schatten. Granat unterstützt Ausdauer und Leidenschaft.
Meine Empfehlung: ein polierter Obsidian*, den du in der Hand hältst, wenn ein Gespräch unbequem wird und du trotzdem bei dir bleiben willst.
Die Mondphasen der Skorpion-Saison
Jede astrologische Saison wird von einem eigenen Mondzyklus begleitet, der ihre Themen vertieft. In der Skorpion-Saison sind das vier unterschiedliche Stimmungen:
Neumond im Skorpion: Transformation und Neubeginn. Der Neumond im eigenen Zeichen gehört zu den kraftvollsten Momenten des Jahres, um weitreichende Absichten zu setzen. Was willst du in den nächsten vier Wochen loslassen, damit etwas Neues entstehen kann? Schreib deine Ängste konkret auf und sei ehrlich mit dir selbst. Mehr zum Arbeiten mit dem Neumond findest du im Neumond Ritual.
Erstes Viertel im Wassermann: Weiterentwicklung. Etwa zwei Wochen nach dem Neumond bringt der Wassermann frischen Wind in die Skorpion-Themen. Jetzt geht es darum, aktiv zu werden. Probier etwas Neues aus, das dich schon länger reizt.
Vollmond im Stier: Stabilität durch Loslassen. Der Vollmond dieser Saison steht im Stier, dem Gegenzeichen des Skorpions. Das ist ein Spannungsmoment: Skorpion will in die Tiefe, Stier will Ruhe und Genuss. Dieser Vollmond lädt dich ein, beides zu verbinden: wirklich genießen, dankbar sein, im Moment ankommen. Mehr dazu im Vollmond Ritual.
Letztes Viertel im Löwen: Selbstannahme. Der ruhige Abschluss der Saison. Der Löwe fragt: Nimmst du auch die Seiten von dir an, die du in diesen Wochen gesehen hast? Lass alte Muster los und erlaube dir, gefeiert zu werden, auch für das Unfertige.
Mehr zum Thema Mondphasen generell findest du hier: Mondphasen Bedeutung: Was jede Phase für deine Praxis bedeutet.
Rituale, Journaling und Affirmationen für die Skorpion-Saison
Du brauchst kein aufwendiges Set-up, um mit dieser Saison zu arbeiten. Eine Kerze, ein Notizbuch und zwanzig ungestörte Minuten reichen für den Anfang völlig aus.

Journaling-Impulse für die Skorpion-Saison
Such dir die Frage aus, die dich am meisten irritiert. Das ist meistens die richtige.
- Wo zeige ich mich nicht verletzlich, obwohl der Rahmen dafür da wäre?
- Welche Seiten von mir verstecke ich, selbst vor mir?
- Was bin ich in dieser Saison bereit, endgültig loszulassen?
- Wo darf ich ehrlicher sein, mit anderen und mit mir selbst?
- Welche Ängste halten mich gerade zurück, und wovor genau?
Meine Empfehlung für diese Praxis: ein Notizbuch mit Schloss*, wenn du das Gefühl brauchst, dass diese Seiten wirklich nur dir gehören.
Affirmationen für die Skorpion-Saison
Wähl die Affirmation aus, die sich zuerst noch fremd anfühlt. Genau die brauchst du.
- „Ich nehme meine Gefühle an und nutze sie für mein Wachstum.»
- „Ich lasse los, was mir nicht mehr dient.»
- „Ich gehe gestärkt durch Veränderung.»
- „Ich vertraue meiner Intuition.»
- „Loslassen schafft Raum für das, was als Nächstes kommt.»
Ein Ritual für die Skorpion-Saison
Dieses Ritual passt zu jedem Zeitpunkt in der Saison, besonders schön rund um Neumond oder Vollmond.
Du brauchst: eine dunkelrote oder schwarze Kerze, ein Blatt Papier, einen Stift und eine feuerfeste Schale.
Perfekt dafür geeignet: eine schlichte schwarze Stumpenkerze*, die lange genug brennt, um wirklich zur Ruhe zu kommen.
Zünd die Kerze an. Schreib auf das Papier alles, was du in diesem Zyklus loslassen willst: einen Gedanken, eine Gewohnheit, eine Version von dir, die nicht mehr passt. Lies die Liste einmal still für dich. Dann verbrenn das Papier in der Schale, kontrolliert und langsam, und beobachte, wie der Rauch nach oben zieht.
Sitz noch einen Moment da, bevor du die Kerze löschst. Frag dich: Was hat sich für dich gerade verändert?
Tarot-Spread für die Skorpion-Saison
Dieser 5-Karten-Spread passt zum Beginn der Saison oder zum Neumond im Skorpion.
- Was will in mir in dieser Saison sterben, damit etwas Neues entstehen kann?
- Welche Wahrheit vermeide ich gerade?
- Wo liegt meine eigentliche Stärke in dieser Phase?
- Was ist mein konkretester nächster Schritt?
- Was trägt diese Saison insgesamt für mich?
Ideen für deine Skorpion-Saison
Diese Liste ist keine Aufgabe. Such dir heraus, was dich anspricht, und lass den Rest in Ruhe.
- Einen esoterischen Laden besuchen. Stöbern, ohne etwas kaufen zu müssen.
- Ein Buch über Schattenarbeit lesen. Etwas, das dich schon länger reizt, aber vor dem du zurückgeschreckt bist.
- Zuhause entrümpeln. Ein Schrank, eine Schublade, ein Ort, der längst nicht mehr zu dir passt.
- Ein Muster aufschreiben und verbrennen. In einem kleinen, kontrollierten Ritual, so wie oben beschrieben.
- Einen mutigen Stilwechsel wagen. Haare, Kleidung, was auch immer sich nach Veränderung anfühlt.
- Ein intimes Abendessen veranstalten. Mit Menschen, bei denen du wirklich du selbst sein kannst.
- Einen ehrlichen Brief schreiben. An jemanden, dem du etwas sagen willst, das du bisher zurückgehalten hast.
- Zuhören ohne Ablenkung üben. In einem Gespräch nichts anderes tun, als wirklich da zu sein.
- Den Sternenhimmel beobachten. An einem klaren Novemberabend, warm eingepackt.
- Ein altes Familienrätsel erforschen. Was weißt du wirklich über deine Herkunft?
- Einen ruhigen Ort für Meditation einrichten. Auch wenn es nur eine Ecke im Zimmer ist.
- Ein Ritualbad nehmen. Mit ätherischen Ölen, die dich erden.
- Eine tägliche Dankbarkeitspraxis starten. Drei Sätze, jeden Abend, ohne Ausnahme.
- Mit Obsidian oder Rauchquarz arbeiten. In der Tasche, auf dem Nachttisch, wo du sie oft berührst.
- Dunkelrot oder Bordeaux tragen. Nicht als Kostüm. Als Erinnerung an diese Saison.
- Samhain mit einem Ritual begehen. Mehr dazu im Artikel Samhain: Bedeutung, Rituale und Bräuche für den 31. Oktober.
- Ein geheimnisvolles Abenddinner veranstalten. Kerzen, dunkle Stoffe, gute Gespräche.
- Eine ungelöste Frage in dir zulassen. Ohne sie sofort beantworten zu müssen.
Ein Wort zu dem Ruf, den die Skorpion-Saison hat
Du hast bestimmt schon gehört, dass die Skorpion-Saison dunkel ist, fast schon unheimlich, ein Zeichen, vor dem man auf der Hut sein sollte. Etwas ist dran: Diese Wochen sind intensiv, das stimmt.
Aber intensiv heißt nicht bedrohlich. Skorpion regiert das 8. Haus, das Haus der Transformation und des Verborgenen. Es fragt nicht: „Wie bleibe ich an der Oberfläche freundlich?» Es fragt: „Was ist wirklich wahr?» Das ist ein anderes Fundament, und von dort aus fühlt sich Tiefe selten gefährlich an. Sie fühlt sich ehrlich an.
Was will in dieser Skorpion-Saison bei dir gesehen werden, auch wenn es unbequem ist? Schreib es mir in die Kommentare, ich lese jede Antwort.
Und wenn du am 31. Oktober noch ein Ritual suchst: Samhain fällt genau in diese Saison, und beide Zeiten verstärken sich gegenseitig.









